Mittwoch, 15. August 2018
Ich saß mit einer Freundin zusammen auf einer Bank in einer Einkaufsstraße. Uns gegenüber setzte sich ein junger Mann mit einer kleinen leeren Sektflasche und einer ungeöffneten Packung Toastbrot. Nach wenigen Minuten fragte er uns, ob wir Deutsch sprächen und als wir bejahten, setzte er sich unaufgefordert zu uns. Er begann, für mich unzusammenhängend, vom Libanon und dessen Geschichte zu reden. Es blieben bei mir nur verworrene Bruchstücke hängen und die Frage "wie wir das auf einer Skala von Eins bis Fünf einschätzten". Als wir ihm und seinem Konversationsversuch skeptisch begegneten, verließ er uns nach ein paar weiteren mir inhaltlich unverständlichen Sätzen.
Nachdenklich stimmt mich im Nachhinein, dass es immer mehr Menschen gibt, die inmitten von Hunderttausenden anderen Stadtbewohnern leben, und ihrer Einsamkeit mit unvermitteltem Ansprechen ihnen Fremder zu entkommen versuchen.